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Die tägliche Komödie


Introduzione


„Un mezzo litro di bianco

et un Apfelschorle!“, schreit Franco.

Hier die Treppe runter zum Klo,

das Aqua grande - que tavolo?


Aperetivo, Pane und Oliven

zu venezianischen Motiven

kündigen die Handlung an –

das Programm steht draußen dran.

Auch lässt sich beim Bruschetta-Schlucken

gelassen in die Vorschau gucken.


Man gibt ein Stück, das alle lieben –

viele kommen schon um sieben;

mit großem Auftritt für gewöhnlich,

denn der Chef empfängt persönlich!


Es geht um Carne, Pasta und Salat,

eine Dorade, frisch und zart,

fachmännisch filetiert,

alles mit Öl und Aglio inszeniert.

In Nebenrollen spielen Verdura und Patate,

wer zögert, zieht den Dramaturg zu Rate.


Hört nur, Leute, dieser Klang:

Farinelli singt die Hymne feiner Küche,

und Apuliens Gerüche

wehen durch den Gang.


1. Akt: Die Bestellung


Alle lärmen, nichts ist leise,

wo der Vorhang sich erhebt;

jeder stottert seine Weise

wenn’s an die Bestellung geht:

Horst will seiner Freundin imponieren,

sprachlich cool und polyglott,

mal die Scampi ausprobieren:

„Io vorrei . . .“ – Du großer Gott!

Kellner Pierro kennt die Szenen,

bringt erstmal ein Bier vom Fass,

die Blondine lacht schon Tränen:

sag doch irgendwas . . .

Franco greift beratend ein –

(„musst Du probieren meinen Wein“).

Dieses Drama geht gut aus,

zwei Bicchieri gehen aufs Haus.

Ergebnis: Antipasti für Simone,

Horst nimmt Saltimbocca al limone.


2. Akt: Buon appetito


Tomatensauce auf den Decken,

erste Gläser sind geleert –

Keiner stört sich an den Flecken,

dieser Part wird unbeschwert.


Das Teatro lacht und schwingt,

nur erhellt von Kerzenlicht;

Fabio behält die Übersicht -

und bringt

das Carpaccio: ein Gedicht!


Klaus genießt frutti di mare

und der Chor stimmt ein:

Lasciate mi cantare -

so müsst’ es immer sein.


Dieses Schauspiel ist für alle,

und noch lange nicht vorbei;

immer neue wollen Farfalle

oder Leber mit Salbei.


Padrone küsst die neuen Gäste:

„Ciao, mein Freund, ich freu mich sehr!“

Auch für diese nur das Beste:

Einen Tisch mit Blick aufs Meer . . .


Und die schöne Marilena,

sempre schick und elegant,

tritt um zehn in die Arena –

Schokoladentorte in der Hand.


Finale


Michele dehnt die müden Glieder,

geht noch mal zum Rauchen raus –

Ramazotti singt schon wieder,

und der Koch bekommt Applaus.


Schlussakkorde im Concerto –

ach, der Abschied fällt so schwer;

schnell einen Grappa per Roberto,

Birgit nimmt noch ein Dessert.


Der letzte Akt ist immer schmerzlich –

„Il Conto prego!“ singt das ganze Haus.

Die Umarmung ist sehr herzlich . . .

Franco gibt n o c h einen aus.


Fazit


Sommer, Winter, Primavera –

Zeit zum Essen, buona sera!


Von Roberto

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